Die Malteiner Hütte liegt in großer Abgeschiedenheit und Ruhe. Rehe, Gämsen, Murmeltiere, Hirsche, Füchse, Adler und Kolkraben lassen sich direkt von der Hütte aus beobachten. Aber die Ruhe bedeutet natürlich auch, dass Sie keine Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe haben. Bedenken Sie bereits bei der Planung des Urlaubs, dass Sie alles mitbringen müssen, was Sie für Ihren Aufenthalt brauchen. Jeder Einkauf muss im Tal erledigt werden.
Ihr Auto parkt rund 300 Höhenmeter unterhalb - rechnen Sie 30 bis 45 Minuten Fußmarsch bis zum Auto. Von dort können Sie dann in einer guten halben Stunde die Orte Kremsbrücke, Innerkrems oder Gmünd erreichen. Nach dem Einkauf müssen Sie wieder zur Hütte hinauf, planen Sie aufwärts eine Viertelstunde mehr als für den Hinunterweg ein.
Geheizt wird mit einem Holzofen. Sie können auch Brot oder Kuchen backen - ein Backofen ist vorhanden. Natürlich kann man mit so einem Holzofen die Temperatur nicht so richtig regeln. Sie sollten also eher unempfindliches Gebäck bevorzugen.
Obwohl eine kühle Speisekammer vorhanden ist, können Sie keine Lebensmittel lagern, die gekühlt werden müssen. Weichen Sie auf Trockenprodukte, Konserven oder Eingekochtes aus. Vielleicht ist das sogar eine Gelegenheit, sich wieder an Großmutters Einkochkessel zu wagen und fertige Gerichte "einzuwecken".
Wasser gibt es direkt von der Quelle. Strom ausschließlich für die Beleuchtung liefert eine Solaranlage. Da es keinen weiteren Strom in der Hütte gibt, müssen Sie Radio oder andere Geräte mit Batterien betreiben. Beide Techniken sind aber von der Laune des Wetters abhängig. Heftiger Regen kann schon einmal die Wasserzufuhr ins Stocken bringen - aber der Wasserbehälter ist leicht erreichbar und kann problemlos von jedem Laien kontrolliert werden. Und sollte wirklich einmal das Licht ausfallen, muss man sich notfalls für eine Nacht mit Kerzen behelfen. Leben in und mit der Natur in seiner ursprünglichsten Form.
Im Sommer ist Weidevieh auf allen umliegenden Wiesen und Almen. Die Wiesen nahe bei der Hütte sind für das Jungvieh reserviert. Wenn Sie ein erfahrener Bergwanderer sind, wissen Sie, dass das Weidevieh neugierig ist, aber niemandem etwas tut. Wer sich als Städter bei den doch recht großen Kühen und Pferden unsicher ist, sollte einfach ganz ruhig weitergehen. Ihre "Begleitung" verliert nach ein paar Metern meist die Lust, Ihnen weiter zu folgen und bleibt zum Grasen zurück.
Gatter, die Sie geschlossen vorfinden, sollten Sie auch hinter sich wieder sorgfältig verschließen. Das Weidevieh kann sehr erfinderisch sein, wenn es irgendwo hin will. Sind die Gatter zum Ende der Weidesaison geöffnet, sollten Sie sie auch offen lassen.
Zäune dienen dazu, das Vieh auf seinen Plätzen zu halten. Für den Wanderer ist das oft hinderlich, aber mit ein bisschen Übung können Sie entweder die Zäune übersteigen oder darunter her rollen. Steigen Sie aber nicht auf die Stacheldrähte. Die Gefahr, dass Sie die Zäune dabei zerreißen, ist sehr groß und im schlimmsten Fall öffnen Sie den Rindern einen Spaziergang nach Innerkrems...